Münchner Bach-Orchester

Nach der Gründung des Münchener Bach-Chores im Jahr 1954 rief Karl Richter auch das
Bach-Orchester ins Leben und führte es bald zu internationaler Bedeutung. Dabei
erlangte das Orchester vor allem mit seinen Bach-Interpretationen auf großen Tourneen
Weltruf: von Paris über Moskau bis Tokyo und New York. Hinzu kamen zahlreiche
Schallplatteneinspielungen (Deutsche Grammophon), Fernseh- und
Rundfunkproduktionen großer Werke von Bach bis Beethoven – zum Teil mit den
bedeutendsten Sängern und Instrumentalsolisten der 1960er und 1970er Jahre, wie
Dietrich Fischer-Dieskau, Fritz Wunderlich, Edith Mathis, Hertha Töpper, Aurèle Nicolet
und Maurice André. In seiner Art war das Bach-Orchester vor dem Aufkommen der
Historischen Aufführungspraxis fast konkurrenzlos.
Nach Richters Tod 1981 übernahm von 1984 bis 2001 Hanns-Martin Schneidt das
Ensemble; zu den Gastdirigenten vor und nach seiner Ära zählten u. a. Leonard
Bernstein, Ralf Otto, Peter Schreier und Bruno Weil. Seit 2005 leitet der Dirigent,
Organist und Cembalist Hansjörg Albrecht das Orchester, das seine künstlerische
Tätigkeit mit historisch informierter Spielart fortsetzt und so die große Münchner Bach-
Tradition kreativ neu belebt. Dabei arbeitet es mit zahlreichen künstlerischen Partnern
zusammen, so mit der Donlon Dance Company, mit Sängern wie Marlis Petersen, Simone
Kermes, Klaus Florian Vogt und Instrumentalsolisten wie Vilde Frang, Alina Pogostkina,
Mirijam Contzen und Adrian Brendel.
Das Ensemble tritt nicht nur in den großen Münchner Sälen auf; Konzertprojekte
der letzten Jahre führten das Münchener Bach-Orchester zu den Festspielen Europäische
Wochen Passau und den Musikfestspielen Saar, zum Quedlinburger Musiksommer, ins
Festspielhaus Baden-Baden, in die Basilika Ottobeuren und mehrfach nach Italien.
Standing ovations ernteten das Orchester und Hansjörg Albrecht mit den insgesamt 26
umjubelten Konzerten ihrer beiden Japantourneen 2014 und 2017.
Auf aktuellen CDs ist das Münchener Bach-Orchester mit Orgelkonzerten von
Georg Friedrich Händel zu hören, mit dem Oratorium »Augustinus« von Enjott
Schneider und mit einer Neufassung von Gustav Mahlers »Lied von der Erde« für vier
Solisten und Kammerorchester. Nach den legendären Konzerten unter Karl Richter
konzertierte das Bach-Orchester im Herbst 2018 erstmals wieder im Großen Saal des
Salzburger Mozarteums sowie im neu eröffneten Haus der Musik Innsbruck. Für den
Herbst 2019 ist eine dritte Tournee nach Japan in Planung.
(Stand: Dezember 2018)

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